Vorboten des autonomen Transports: iGurt erhält German Innovation Award in Gold

Das mit Kurz Kurz Design entwickelte intelligente Ladungssicherungssystem „iGurt“ von BPW erhielt jetzt den „German Innovation Award“ in „Gold“ in der Kategorie „Excellence in Business to Business – Automotive Technologies“.

"Gold wert ist der iGurt vor allem für Spediteure, die jährlich Transportschäden von rund 1,2 Milliarden Euro über ihre Versicherungen regulieren müssen. Mangelhaft gesicherte Fracht kann nicht nur herunterfallen, sondern auch den gesamten Lastzug zum Schlingern und Kippen bringen und so verheerende Unfälle verursachen. Bisher verzurren LKW-Fahrer die Fracht nach Gefühl und Augenmaß. Sitzt der Gurt jedoch zu fest, kann er die Fracht beschädigen. Sitzt er zu locker, kann sie ins Rutschen geraten und sich ganz aus der Sicherung lösen. Katharina Kermelk (30), Produktmanagerin im Innovationszentrum für Mechatronik bei BPW in Wiehl, bringt den Zurrgurt jetzt zum Sprechen: Ein handlicher, robuster Sensor, der auf den Spanngurt aufgeschnallt wird, zeigt die Vorspannkraft mittels LED direkt auf dem Gehäuse an und funkt sie auch während der Fahrt auf eine Handy-App des Fahrers. Der iGurt und die App lassen sich intuitiv bedienen – und in Zukunft auch mit Telematiksystemen vernetzen. So kann die Spedition die Ladungssicherung auch aus der Ferne verfolgen und dokumentieren.

Auch für die Zukunft steckt im iGurt noch viel Potenzial, verrät Katharina Kermelk: „Der iGurt könnte zum Beispiel Ladungssicherungskontrollen durch die Polizei erheblich vereinfachen. Denkbar wäre, dass Lastzüge, die mit dem iGurt ausgestattet sind, aus der Ferne geprüft und durchgewunken werden. Und eine digitale Ladungssicherung ist auch Voraussetzung für den autonomen Transport. Denn wenn LKW selbst fahren, muss sich auch die Ladung selbst überwachen und melden – und im Notfall das Fahrzeug stoppen können. Der iGurt hat deshalb auch eine große Resonanz bei Forschungseinrichtungen und Innovationslaboren der Fahrzeug- und Versicherungsbranche gefunden, die sich mit dem autonomen Transport der Zukunft befassen.“

Mit dem German Innovation Award zeichnet der Rat für Formgebung zukunftsweisende Innovationen aus, die nachhaltig Wirkung zeigen und für den Nutzer einen Mehrwert bieten.

»Im Mittelpunkt der Bewertung der eingereichten Innovationen steht die Nutzerzentrierung. Sie ist das Differenzierungsmerkmal des German Innovation Award«, erklärt Andrej Kupetz, Hauptgeschäftsführer des Rat für Formgebung. »Besonders gut gelingt das, wenn die künftigen Nutzer frühzeitig in die Produkt- und Designentwicklung involviert werden.«

Die Bewertungskriterien des German Innovation Awards umfassen Themen wie Innovationshöhe, Anwendernutzen und Wirtschaftlichkeit. Über die Gewinner hat eine hochkarätig besetzte Jury entschieden – darunter Physiker, Patentberater, Informatiker, Finanzierungspezialisten, Produktdesigner, Technologie-Historiker und Marketeers. »Damit garantieren wir eine individuelle, neutrale und professionelle Bewertung«, betont Kupetz. Initiiert und durchgeführt wird der German Innovation Award vom Rat für Formgebung, der 1953 vom Deutschen Bundestag ins Leben gerufen und vom Bundesverband der Deutschen Industrie gestiftet wurde. Seit nunmehr 66 Jahren verfolgt die Stiftung das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu fördern.

German Innovation Award

Über die BPW Bergische Achsen Kommanditgesellschaft
Die BPW Bergische Achsen Kommanditgesellschaft ist die Muttergesellschaft der BPW Gruppe. Mit mehr als 1.600 Mitarbeitern, darunter rund 120 Auszubildende, entwickelt und produziert das Familienunternehmen seit 1898 an seinem Stammsitz in Wiehl komplette Fahrwerksysteme für Lkw-Anhänger und -Auflieger. Zu den Technologien der BPW gehören unter anderem Achssysteme, Bremsentechnologie, Federung und Lagerung. Die Trailerachsen und -Fahrwerksysteme made by BPW sind weltweit millionenfach im Einsatz. Ein umfangreiches Dienstleistungsspektrum bietet Fahrzeugherstellern und -betreibern darüber hinaus die Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit in ihren Produktions- bzw. Transportprozessen zu erhöhen. www.bpw.de